Als Besitzer einer Spiegelreflex-Kamera kann man hochwertige Makroaufnahmen erstellen, ohne in ein teures Makroobjektiv investieren zu müssen. Dies geht mit der so genannten Retrostellung (lat. retro: rückwärts). Dabei wird das Objektiv „falsch herum“ an das Bajonett der Kamera montiert . So sind selbst mit einfachen Standard-Zoomobjektiven Vergrößerungen über den Maßstab von 1:1 hinaus möglich.

Grundsätzlich ist die Retrostellung mit vielen Objektiven möglich. Dazu gehören Festbrennweiten, Standard-Zoomobjektive und Superweitwinkel. Dabei gilt: Je weitwinkliger das Objektiv, desto stärker ist der Vergrößerungsfaktor. Mit einem 18-55mm-Kitobjektiv, mit dem viele Kameras heutzutage ausgeliefert werden, sind so bei Brennweite 18 mm bereits Vergrößerungen bis zu einem Maßstab von 4:1 möglich.  Auch die Bildqualität lässt dabei kaum zu wünschen übrig. Sie ist erstaunlich hoch und kann sich je nach Objektivwahl durchaus mit richtigen Makroobjektiven messen.

Ein paar Haken hat die ganze Sache allerdings. Der Autofokus der Kamera funktioniert nicht mehr. Auch ein manuelles Scharfstellen über den Fokusring ist nicht mehr (nur bedingt) möglich. Scharfstellen ist vielmehr ausschließlich durch die Wahl der Entfernung zum Objekt realisierbar. Ebenso ist je nach Einstellung der Sucher (die live view) sehr dunkel, da es keine automatische Blendeneinstellung mehr gibt. Dies gilt für Retroadapter ohne Automatik Unterstützung.

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Beim ersten Ausprobieren kann man das Objektiv einfach „falsch herum“ vor die Kamera halten.Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Frontlinse nicht durch das Bajonett zerkratzt wird. Deutlich bequemer wird die Sache mit Hilfe eines Retroadapters, den es im Handel für ca. 30 EUR zu kaufen gibt. Dieser wird auf der einen Seite in das Frontgewinde des Objektivs geschraubt und auf der anderen Seite an das Bajonett der Kamera.